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Hauptkurs

Ziel des Hauptkurses ist der Erwerb von Sicherheit in der systemischen Arbeit mit Einzelnen, Paaren und Familien.

Die Inhalte werden erarbeitet durch Vorträge, schriftliche Ausarbeitungen, konkrete Fallbeispiele der Teilnehmer, Videoanalysen, Live-Interviews, Rollenspiele, Fallanalysen.

Fortbildungsinhalte

  1. Vertiefung der Grundlagen systemischen Denkens und Handelns
    • Neue Entwicklungen in der systemischen Theorie und Praxis
    • Systemische Therapieplanung
    • Salutogenese
  2. Weiterentwicklung verschiedener Therapieschulen, z.B:
    • Kommunikationstherapie, Direktive Therapie, Strukturelle Therapie, Integrative Therapie
    • Systemische Kurzzeittherapie
    • Systemische Langzeittherapie
    • Narrative Verfahren
  3. Menschenbild und Ethik in der systemischen Therapie
  4. Abgrenzung zu anderen Familientherapieansätzen (VT und Psychoanalyse)
  5. Diagnostik und Differentialdiagnostik nach dem ICD 10 zu sämtlichen Störungsbildern (ausbildungsbegleitend)
    • zusätzlich: organisch bedingte psychische Störungen
  6. Psychopharmaka
    • Wirkungen, Nebenwirkungen, Kreuztoleranzen
    • Indikationen und Kontraindikationen
    • Psychiatrische Notfälle
  7. Arbeit mit verschiedenen Klientengruppen
    • Kinder, Jugendliche, Erwachsene, alte Menschen
    • Arbeit mit Angehörigen, chronifizierten Patienten
    • Täterarbeit und parteiliche Psychotherapie
    • Multiproblemfamilien, Netzwerktherapie
    • Gruppentherapie, Einzel-, Paar- und Familientherapie
  8. Kontext und Kontextmarkierung in der Therapie
    • Problemsysteme und relevante Systeme
    • Institutionsanalysen
    • ambulante, teilstationäre und stationäre Arbeit
    • Erziehung, Beratung, Begleitung, Therapie
    • Mediation, Streetwork
    • Arbeit im Zwangskontext
    • Notfälle und Kriseninterventionen
    • Arbeit mit medikamentierten Klienten
  9. Etablierung eines therapeutischen Systems
    • Überweisungskontext und Umgang mit Überweisern
    • Bildung, Erhaltung und Beendigung eines therapeutischen Systems
    • Erstinterviewtechnik: Anliegen und Auftrag, Planung und Durchführung von Erstinterviews, Aushandeln von Arbeitsaufträgen
    • Therapieplanung
    • Koordination von Helfersystemen
    • Zieldefinitionen in der Therapie
    • Therapiedokumentation
    • Therapieevaluation
    • Effizienzkontrolle im Therapieverlauf
    • Finanzierung von Psychotherapie und rechtliche Aspekte
  10. Therapeutische Methoden und Interventionstechniken
    • zirkuläres und hypothetisches Fragen
    • fokussieren und konkretisieren
    • Verändern der kognitiven Landkarte
    • Erfragen der Epistemologie
    • Arbeit mit Hausaufgaben, rating-Skalen, hierarchisieren
    • Aufbau konstruktiver Lebensskripte
    • positive Konnotation
    • reflecting Team
    • advocatus diaboli, Paradoxe Intervention
    • 2 Kammer - Modell, splitting
    • Arbeit mit Medien und Materialien
    • systemischer Einsatz biographischer Methoden
    • Provokative und ressourcenorientierte Arbeit
    • Genogramm, Familienskulptur, Familienbrett, Organigramm
    • Umdeuten
    • therapeutische Geheimnisse
    • Berichte als Interventionsmöglichkeit
    • Therapeutische Briefe
  11. Thematische Schwerpunkte
    • organisch bedingte Störungen,
    • Differentialdiagnostik von Verstimmungen, Unterschied Neurose/Psychose
    • unipolare und bipolare Depressionen/depressives Verhalten
    • Suizid und Gewalt, Selbstschädigendes Verhalten
    • Süchtiges Verhalten: legale und illegale Drogen
    • Süchtiges Verhalten: substanzfreie Süchte
    • Doppeldiagnosen und Mehrfachprobleme
    • Sexueller Missbrauch
    • Angststörungen und Zwanghaftes Verhalten
    • Psychosomatische Erkrankungen: Colitis, Neurodermitis, Migräne...
    • Sexuelle Funktionsstörungen
    • Psychotisches Verhalten/schizophrenes Verhalten
    • Persönlichskeitsstörungen, insbesondere Borderline-Störungen
    • komplexe, posttraumatische Belastungsstörungen
    • dissoziative Störungen und dissoziative Identitätsstörungen

Anmerkungen zum Hauptkurs

Die Teilnehmerzahl für den Hauptkurs ist beschränkt.

  1. Live-Supervisionen
    Im zweiten Jahr des Hauptkurses beginnen die Live-Supervisionen. Diese finden in Kleingruppen mit max. 5 Teilnehmern statt. Die 10 Termine zu je 5 Lehrstunden werden mit der jeweiligen Gruppe vereinbart. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, Klienten mitzubringen oder aber mit Klienten des Institutes zu arbeiten.
  2. Supervision
    Innerhalb der Seminare führen wir Fallsupervisionen und themenzentrierte Supervision in der Gruppe durch. Hinzu kommt die Supervision der Falldokumentationen.
  3. Intervision
    Die Teilnehmer treffen sich in kleinen Gruppen zu 100 Stunden kollegialer Supervision über die laufenden Veranstaltungskurse während des Hauptkurses hinweg.
  4. Selbsterfahrung
    Ein fünftägiges Seminar bietet die Möglichkeit zu vertiefter Selbsterfahrung. Ansonsten sind Selbsterfahrungsteile integraler Bestandteil der jeweiligen Seminare. Schwerpunkt der Selbsterfahrung ist in unserem Ansatz nicht die eigene Herkunftsfamilie, sondern die eigenen Anteile in der direkten Arbeit mit Klienten.
  5. Literaturstudium
    Bei dokumentiertem Literaturstudium als Referat, Zusammenfassung, Literaturkritik etc. findet dies Eingang in die Abschlussbescheinigung.
  6. Therapeutische Praxis
    • Bis spätestens 2 Jahre nach Beendigung der Fortbildung sind mindestens 200 Therapie-/Beratungsstunden unter begleitender Supervision durchzuführen.
      Teilnehmer, die ihre Therapie-/Beratungspraxis nicht zum Fortbildungsende hin abgeschlossen haben, müssen die zusätzlich erforderliche Supervision extra begleichen. Sie ist nicht in den Monatsraten enthalten.
    • Diese systemischen Therapien bzw. Beratungen und ihre Supervision müssen dokumentiert werden. Dazu erhalten die Teilnehmer Dokumentationsbögen.
    • Insgesamt müssen 4 abgeschlossene Fälle ausführlich dokumentiert eingereicht werden. Hierbei muss mindestens 1 dokumentierter Fall mindestens 10 Sitzungen umfassen.
  7. Abschlusskolloquium
  8. Der Abschluss der Gesamtfortbildung fußt auf der erfolgreichen Teilnahme am Abschlusskolloquium.

Abschluss der Fortbildung

Nach Abschluss jedes Fortbildungsbausteins erhält der Teilnehmer ein detailliertes Zertifikat, das Inhalt, Stundenzahl und Verteilung der Fortbildungsstunden ausweist.
Bestätigt wird mit Ende der Fortbildung eine dreijährige, abgeschlossene Fortbildung in systemischer Einzel-, Paar- und Familientherapie.

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